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Trageinfos

  • Warum soll ich mein Baby tragen?

Der Mensch ist ein sogenannter Tragling, dieser Begriff wurde 1970 in der Verhaltensbiologie ergänzend zu den Begriffen Nesthocker und Nestflüchter eingeführt. Da er auch eine physiologische Frühgeburt ist, benötigt der Säugling Zeit um am Körper des Erwachsenen zu reifen. Man kann den menschlichen Tragling mit Beuteltieren oder Affen vergleichen, wo ähnliche Reflexe und Verhaltensweisen anzutreffen sind.

 

  • Können Sie mir auch in EINFACHEN Worten erklären, warum ich mein Baby tragen soll?

Ok – es ist für die Entwicklung des Kindes förderlich, getragen zu werden, Säuglinge sind dazu geboren. Wenn man ein Baby hochhebt, zieht es die Beine an, um in die sogenannte Anhock-Spreizhaltung zu gelangen, die einer optimalen Tragehaltung entspricht. Es ist unter anderem für die Haltung, Entwicklung der Wirbelsäule und der Bandscheiben und auch die emotionale Entwicklung des Kindes förderlich. Viele Eltern schätzen die Nähe und fühlen sich wohler, wenn das Kind umgebunden ist. Außerdem gibt es viele praktische Gründe, Tragetücher oder Tragehilfen zu benutzen. Wer vollbesetzte Autobusse, enge Kaufhäuser und ähnliches mit Kinderwägen erlebt hat, weiß was der Autor dieser Zeilen anspricht.

 

  • Was ist eigentlich eine Tragehilfe?

Tragehilfen sind Tücher oder Komforttragen, die in bestimmten Bindeweisen (Tragetuch) umgebunden, oder als Fertigtrage (Komforttragen) umgeschnallt werden. Damit kann das Kind bequem körpernah und geschützt transportiert werden.

 

  • Welche Tragehilfen gibt es?

Es gibt nicht nur die traditionellen Tragetücher sondern eine ganze Reihe von unterschiedlichsten Tragehilfen. Dazu zählen Ring-Slings, Komforttragen(Full buckles) oder Mei Tais. Tragegestelle aus Metall zählen zwar auch dazu, diese dienen jedoch meist bestimmten Zwecken wie dem Wandern.

 

  • Welche Vorteile hat das Tragen für mein Kind?

Genau gesagt: Keine. Am Körper der Eltern bzw. Bezugspersonen getragen zu werden ist kein Luxus, sondern ein elementares Bedürfnis eines Babys. Wird dieses nicht erfüllt, nimmt man Nachteile in Kauf (zum Beispiel kann sich nicht-bzw. falsch tragen negativ auf die Hüftentwicklung auswirken). Dazu ist jedoch zu sagen, dass es keinen Grund zu Panik gibt, wenn man ab und zu Kinderwägen benützt.

Das Kind braucht aber die Nähe zu den Eltern und diese sollte ihm so oft als möglich gegeben werden. Getragene Kinder weinen seltener, haben weniger Koliken und werden oft auch früher selbständig als Kinder die viel Zeit im Kinderwagen oder dem Gitterbett verbracht haben. Auch die Wirbelsäulenausformung und die Entwicklung der Hüftgelenke werden unterstützt, was beim geraden Liegen nicht möglich ist.

 

  • Welche Vorteile hat das Tragen in einer Tragehilfe für mich?

Wenn man das Baby statt auf dem Arm in einer Tragehilfe trägt, hat man die Hände frei und kann das Kind bei sich haben und dennoch seinen normalen Tätigkeiten nachgehen. Das Tragetuch ist leicht und handlich – oder stecken Sie sich so einfach den Kinderwagen in die Tasche, wenn Sie ein Geschäft betreten? Von vielen Eltern wird die Nähe zum Kind oft als sehr schön und richtig empfunden, gerade viele Väter haben es so leichter, eine besondere Beziehung zu ihren Kindern aufzubauen. Im Gedränge ist es angenehmer, das Kind an sich zu haben als in einem klobigen Kinderwagen. In den öffentlichen Verkehrsmitteln hat man mit den Kinderwägen oft Platzprobleme, die sich mit Tragetüchern einfach vermeiden lassen. Das Anziehen im Winter ist bedeutend weniger aufwändig, da schon die normale Bekleidung, warme Schuhe, Handschuhe und eine Haube reichen – den Rest erledigt die Wärme und Kleidung des Erwachsenen. Für die Modebewussten unter uns ist es auch einfach, mehrere Tücher oder Tragehilfen zu kaufen, wenn man dafür auf den Kinderwagen verzichten kann. Die Ersparnis ist durchaus der Rede wert!

 

  • Wie trage ich richtig?

Grundsätzlich ist ein gut gebundenes gewebtes Tragetuch die beste Wahl. Man kann damit von Geburt an tragen und die Tücher sind bis weit über das dritte Lebensjahr hinaus ausreichend. In den ersten Monaten wird das Kind meist vor dem Bauch getragen, später, wenn die Kopf bzw. Körperkontrolle der Kinder sich ausprägt kann man auch auf der Hüfte oder dem Rücken tragen. Wir raten jedoch davon ab, das Kind vor der Brust mit dem Gesicht nach vorne zu tragen. Kinder, die mehr sehen wollen, sollten auf der Hüfte oder dem Rücken getragen werden, dort haben sie auch die Möglichkeit, sich zurückzuziehen, wenn die Eindrücke zu viel werden.

Optimal ist ein gewebtes Tragetuch, man kann diese Tragehilfe über die gesamte Tragezeit verwenden. Wenn es schnell gehen soll, kann man natürlich auch auf Komforttragen zurückgreifen. Für Kinder mit besonderen Bedürfnissen gibt es auch spezielle Angebote, die Ihnen gerne auch eine Trageberaterin vorstellen kann.

 

  • Und wo lerne ich das?

Das Binden von Tragetüchern ist nicht so schwer wie es aussieht. Bei natürlich Baby haben wir ausgebildete Trageberater, die Ihnen gerne bei der Auswahl der optimalen Tragehilfe zur Seite stehen. Schreiben Sie einfach ein Mail an office@natuerlichbaby.eu, wir helfen Ihnen gerne! Es gibt aber wahrscheinlich auch bei Ihnen in der Nähe die Möglichkeit, persönliche Trageberatung zu erhalten. Selbstverständlich liegen auch allen Tragehilfen ausführliche Anleitungen bei.

 

  • Welche Trage ist denn die richtige für mich?

Mit einem guten gewebten Tragetuch kann man nur wenig falsch machen. Allerdings gibt es Empfehlungen für Trageneulinge:

- Tücher in Kreuzköperwebart mit Streifen, wobei die beiden Kanten unterschiedliche Farben haben sollten, und die Mitte mit einem Fähnchen markiert ist, erleichtert das Binden für Ungeübte.

- Bei deutlichen Größenunterschieden zwischen Männern und Frauen, die mit dem gleichen Tuch tragen wollen empfehlen wir, sich nach demjenigen zu richten, der am meisten trägt. Es ist besser, wenn zum Beispiel der größere Partner auf einige aufwändigere Wickelarten verzichtet, als dass der kleinere Partner sich mit Unmengen Stoff abzuplagen hat.

Bei den Komforttragen ist es wichtig, darauf zu achten, dass eine Anhock-Spreizhaltung möglich ist. Die Beine sollen – je nach Alter des Kindes – zwischen 15° bei ganz Kleinen und später 45° pro Bein abgespreizt und rund 110° zur Wirbelsäule angehockt sein. Dies ist bei einigen Tragen nicht möglich. Wenn die Beine relativ gerade herunterhängen, sollten Sie trotz des vielleicht klingenden Namens der Trage eher von dieser Trage absehen. Auch hier stehen wir Ihnen gerne auch unter office@natuerlichbaby.eu oder in Skype unter natuerlichbaby zur Verfügung.

 

  • Friert das Kind nicht? Schwitzt es? Erstickt es nicht?

Das Kind friert bei korrekter Bekleidung nicht. Es ist sogar leichter, da man in der kalten Jahreszeit oft nur Haube, Handschuhe und warme Schuhe benötigt. Der Erwachsene wärmt das Kind mit der eigenen Körperwärme mit, sofern die Jacke oder der Mantel über dem Kind in der Tragehilfe zugemacht werden kann. Optimal ist spezielle Tragebekleidung.

Im Sommer ist es wichtig auf guten UV-Schutz zu achten, dünne Kleidung  und ein Sonnenhut mit Nackenschutz sind unbedingt notwendig, eine sehr gute Möglichkeit sich und das Baby gegen Sonneneinstrahlung zu schützen ist ein Schirm(auch hier auf UV-Schutz achten).

Kinder haben nach Studien von deutschen Universitäten in Tragetüchern eine ebenso hohe Sauerstoffsättigung wie im Kinderwagen, ersticken ist so gut wie nicht möglich, wenn das Tuch oder die Tragehilfe nicht extrem falsch angewandt wird. Auch wenn die Trageweise teilweise noch propagiert wird: Hände weg von der Trageweise „Wiege“, diese kann bei Frühchen oder Kindern mit mangelndem Muskeltonus zu Problemen führen.

 

  • Ich höre immer wieder, das Kind wird verhätschelt und lernt nicht, zu gehen, stimmt das?

Nein, man kann Kinder in diesem Alter nicht verhätscheln oder verwöhnen. Kinder beginnen dann zu gehen, wenn sie bereit sind. Kinder sind keine Maschinen und jedes hat ein eigenes Tempo. Manche reden früher als andere, manche sind früher sauber als andere und manche gehen früher als andere. Dadurch, dass das Kind beim Tragen vermehrt taktilen Reizen ausgesetzt ist, wird sogar der Gleichgewichtssinn besonders geschult. Ein signifikanter Unterschied zwischen getragenen und nicht getragenen Kindern ist aber nicht bekannt.

 

  • Wie kann man eine Tragehilfe reinigen?

Die meisten Tragehilfen können in der Waschmaschine gewaschen werden. Näheres entnehmen Sie bitte der Waschanleitung, allgemeine Aussagen sind hier sehr schwer zu treffen. Wir empfehlen aber auf jeden Fall die Verwendung eines Öko-Waschmittels, da die Tragehilfen eng am Körper anliegen und auch daran genuckelt wird.

 

  • Brauche ich noch einen Kinderwagen?

Viele verzichten ganz auf einen Kinderwagen und kaufen nur später einen Buggy. Das hängt jedoch ganz von Ihnen ab und ob andere in der Familie ebenfalls vom Tragen zu begeistern sind. Es gibt auch Großmütter und Großväter, die kleine Kinder in einer Komforttrage tragen.

 

  • Ich sehe oft, dass Kinder mit dem Gesicht nach vorne getragen werden, ist das gut?

Das Kind mit dem Rücken zum Bauch der tragenden Person zu tragen ist in keinem Fall empfehlenswert. Es gibt jedoch viele Alternativen zum Tragen nach vorne, die dem Kind die Möglichkeit geben, mehr zu sehen und trotzdem die Chance lassen, sich zurückzuziehen. Wir empfehlen hier die Rückentrage, die Hüftkängurubindeweise oder einen Ring-Sling. Wenn das Kind nach vorne sieht, wirkt es zwar oft auf den ersten Blick recht zufrieden, es ist aber von den Eindrücken überfordert und schläft dementsprechend unruhig. Zudem kann keine physiologisch gesunde Haltung eingenommen werden, die Beine können nicht angehockt werden und die Wirbelsäule wird in ein Hohlkreuz gedrückt. Bei vielen Komforttragen, die diese Trageform propagieren wird überdies das Gewicht sowohl auf dem Kind aus auch auf den Eltern schlecht verteilt. Stellen Sie sich vor, Sie wollen 3 Stunden sitzen, möchten Sie das lieber auf einem Fahrradsitz machen oder in einem bequemen Fernsehsessel?

 

  • Mein Baby ist schon älter, kann ich noch zu Tragen beginnen?

Ja, aber erwarten Sie zu Beginn nicht zu viel von Ihrem Kind. Geben Sie allerdings nicht zu schnell auf, oft ist es ungewohnt für die Kleinen, so eingeengt zu sein. Vor allem die Arme wollen die meisten gern freihaben. Sie finden aber sicher einen Weg, der für beide angenehm ist und meistens sind die Kinder bald sehr zufrieden, wenn sie dann öfter bei den Eltern sein können. Wenn Sie jedoch von älteren Kindern sprechen: ab der Pubertät würde ich nicht mehr mit dem Tragetuchbinden beginnen …

 

  • Sind Tragetücher nicht unpraktisch?

Nein, wenn man Übung hat, sich von anderen Tragenden oder TrageberaterInnen beraten lässt und seine optimale persönliche Trageweise gefunden hat, sind Tragetücher sicher die beste Wahl. Alternativ gibt aber einige sehr gute Komforttragen, die bedenkenlos über lange Zeit verwendet werden können.

 

  • Sind Tragehilfen nicht teuer?

Wenn man dafür auf einen Kinderwagen verzichten kann, sind sie sogar sehr günstig. Sie halten – wie auch ein guter Kinderwagen – mehrere Kinder und manchmal auch mehrere Generationen durch.